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NATURGESCHICHTE    

ALLGÄU        

EXKURSIONEN/WANDERUNGEN

Naturkundliche Exkursion
Nach einer kurzen Einführung in die Geologie der Alpen führt die Wanderung durch unterschiedliche Lebensräume entlang einer Wiese, über eine Viehweide, durch den Wald, über einen Magerrasen zu einem Hangquellmoor und einer Streuwiese. Hier kann man eine beeindruckende Vielfalt an geschützten Pflanzen wie Enzian und Knabenkräuter, Heilpflanzen von Arnika bis Zinnkraut, Giftpflanzen wie Tollkirsche und Eisenhut bewundern sowie einen Blick auf unsere schönen Berge werfen. Daneben werden viele interessante Fakten zu „fleischfressenden“ Pflanzen, Nutzpflanzen, gebietsfremden Pflanzen, Borkenkäferproblematik, heimischem Wild und zu den komplexen ökologischen Zusammenhängen dargeboten. Besonders reizvoll ist natürlich die Pflanzen- und Tierwelt im Wandel der Jahreszeiten zu erleben, wenn im Frühjahr das erste Grün und die ersten Blumen erscheinen, der Sommer mit seiner unübertrefflichen Vielfalt an Blumen brilliert und der Herbst uns mit seinem Rot und Gelb verzaubert. Für die etwa zweistündige Exkursion wird festes Schuhwerk und Trittsicherheit empfohlen.

Wildblumen1

Spurensuche im Schnee
Im Winter, wenn die Landschaft in Weiß getaucht ist und die Natur komplett unter dem Schnee verborgen zu sein scheint, gibt es jedoch eine Vielzahl von Hinweisen auf Tiere und Pflanzen. Auf Schneeschuhen gehen wir durch unterschiedliche Lebensräume, über eine Viehweide, am Bach entlang und durch den Wald, wo wir anhand von Knospen, Borken und ihrer Gestalt Bäume und andere Gehölze bestimmen. Auch Samen und vertrocknete Pflanzenteile verraten meist, zu welcher Art sie gehören. Vielfältig und das ganze Jahr über leicht auffindbar sind ferner Flechten und Pflanzengallen. Besonders faszinierend sind jedoch die Spuren von Reh, Hase, Eichhörnchen und anderen Tieren. Von den Spuren können wir sowohl Art und Größe eines Tiers, seine Gangart, die Geschwindigkeit und Laufrichtung ablesen. Weitere Infos: hier

Geologisch-gewässerkundliche Wanderung
Die Forellenregion der Wertach ist die Heimat einer Vielzahl von Eintags-, Stein- und Köcherfliegenlarven, die sich mithilfe mitgebrachter Käscher und Lupen genauer studieren lassen. Das Vorkommen dieser Lebewesen zeigt eine gute Qualität des Bachwassers an, was durch die chemische Untersuchung einfacher Parameter wie Nitrat- und Phosphatgehalt im mobilen Feldlabor untermauert wird. Ein Stück weiter hat ein Hangrutsch einen interessanten Flysch-Aufschluss mit versteinerten Rippelmustern sowie den fossilen Fraßspuren von Meereswürmern freigelegt. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit, die Alpenentstehung in Zeitraffer zu betrachten und die geologischen Einheiten der Alpen mit den Sinnen begreifbar zu machen. Auch die Herkunft der skurrilen, ausgewaschenen Felsen, die sogenannten Wassermühlen, kann leicht veranschaulicht werden. Für die mehrmaligen Bachüberquerungen sind Gummistiefel oder Wanderschuhe empfehlenswert, außerdem ist für die zweistündige Wanderung, die nur bei Niedrigwasser stattfindet, Trittsicherheit erforderlich.

Bachwanderung

Naturkundliche Wanderung zur Alpenrosenblüte am Wertacher Hörnle
Nach einer kurzen Einführung in die Geologie der Alpen führt die Wanderung von der Schnitzlertalalpe vorbei an Hängen, die im leuchtenden Blau des Alpen-Milchlattichs erstrahlen. Der Weg ist gesäumt von alpinen Hochstauden wie Alpen-Pestwurz, Weißer Germer und Alpen-Kreuzkraut, zu deren Giftigkeit interessante Fakten präsentiert werden. Auf dem Weg zum Schnitzlertaljoch passieren wir unterschiedliche Lebensräume wie Gebirgsbach, Bergwald und Viehweide, in denen wir Orchideen, Steinbrech und eine Vielzahl weiterer Bergblumen bewundern können. Zwischendurch ergeben sich sicherlich interessante Gespräche zu „fleischfressenden“ Pflanzen, Fuchsbandwurm, Nutzpflanzen, Borkenkäferproblematik oder gebietsfremden Arten. Besonders reizvoll und zugleich Höhepunkt der Wanderung sind die roten Hänge mit blühenden Alpenrosen, für die das Wertacher Hörnle bekannt ist. Für die etwa zweistündige Exkursion wird festes Schuhwerk, Sonnen- und Regenschutz sowie Trittsicherheit empfohlen. Weitere Infos hier

Zwischen den Mooren
Die Wanderung führt zu einem Hochmoor mit darunter liegendem Zwischenmoor am Fuße des Sorgschrofens. Auf dem viertelstündigen Hinweg erfährt man, wie die Moore nach dem Ende der letzten Kaltzeit entstanden sind, welche Arten von Mooren man im Allgäu antrifft und wie diese sich unterscheiden. Wir „gehen nun in die Binsen“, um in einem Zwischenmoor Schachtelhalme, Seggen, Fieberklee und Sumpf-Herzblatt genauer unter die Lupe zu nehmen. Dann nähern wir uns dem Hochmoor, um seine typischen „Randerscheinungen“ wie Birke, Fichte und Spirke kennen zu lernen. Die geschützten Torfmoose, die wie ein weicher Teppich zu unseren Füßen liegen, berichten uns über ihre interessante Biologie und ihre einmalige Rolle bei der Moorentstehung. Höhepunkt ist ein kurzer Abstecher ins Hochmoor, vorbei an Bulten und Schlenken, wo sich uns Blau-, Moos-, Preisel- und Rauschbeere vorstellen. Wir halten Ausschau nach dem unscheinbaren „fleischfressenden“ Sonnentau und veranschaulichen mittels pH-Messung die unwirtlichen Bedingungen im Moorboden. Mit etwas Glück kann man auch typische Moorbewohner wie Kreuzotter und Hochmoor-Bläuling beobachten. Auf dem Rückweg wird sicherlich die Rede von Braunwasser und Moorleichen sein, ferner werden die Bedeutung der Hochmoore für das Klima und den Hochwasserschutz, sowie die Zerstörung und Renaturierung von Mooren thematisiert. Gummistiefel werden für die zweistündige Führung empfohlen.

Auf den Spuren der Eiszeiten
In den letzten 650.000 Jahren waren die Alpen mehrmals mit einer dicken Eisschicht bedeckt. Von den Eismassen zeugen noch heute Karseen, Moränen, Findlinge und andere Spuren. Die ganztägige Exkursion führt zu eiszeitlichen Geotopen im Oberallgäu: Klamm, Trogtal und Buckelwiesen können bei Hinterstein bewundert werden, Drumlins und Gletscherschliffe bei Rettenberg, ein Findling bei Oberschwarzenberg und ein Karsee am Wertacher Hörnle.

Ötzi im Bergwald
Wie haben die Menschen vor 10.000 Jahren im Allgäu gelebt? Wodurch wurde der Wandel von nomadischen Jägern und Sammlern hin zu sesshaften Viehzüchtern und Ackerbauern begünstigt? Von was haben sich die Menschen damals ernährt, wie haben sie gehaust, und welche Kleidung haben sie getragen? Was ist von ihren Lagerplätzen heute noch übrig? In unserem Steinzeitlager überlegen wir uns, wie damals Feuer gemacht, welche Werkzeuge benutzt und was zum Essen gesammelt wurde. Beitrag TV-Allgäu vom 11.10.2013

Otzi

Die ältesten Bäume des Allgäus
Auf einer Tageswanderung beginnend am Parkplatz der Hochgratbahn bei Steibis kann man einige der ältesten und mächtigsten Bäume Deutschlands bewundern, wie die Ureibe von Steibis, die womöglich die als älteste Eibe Deutschlands mit dem größten Umfang eines Einzelstammes gilt, der „Hohle Ahorn“, der zweit mächtigste seiner Art in Deutschland, die zweit dickste Tanne Deutschlands und weitere Superlative.

Fledermausbeobachtung
Fledermäuse ernähren sich von Insekten wie Nachtfaltern, die sie meist im Flug fangen und verzehren. Zur Orientierung und zur Ortung der Beutetiere verfügen die Tiere über ein Echolotsystem: Ultraschall wird erzeugt, beim Auftreffen auf einen Gegenstand reflektiert. Anhand der Zeitunterschiede beim Eintreffen der zurückgeworfenen Schallwelle in beiden Ohren kann die Fledermaus die Position eines Gegenstandes bestimmen und selbst kleine und schmale Gegenstände wie Fliegen oder Drähte wahrnehmen. Ultraschall ist für Menschen nicht hörbar, kann aber mit einem Fledermausdetektor in hörbare Frequenzen umgewandelt werden. Manche Arten können nachts anhand ihres Klangmusters und der Frequenz bestimmt werden.
Hinter der Holzfassade des Haus Sorgschrofen leben mehrere Kolonien der Zwergfledermaus, die sich bei gutem Wetter schon vor Sonnenuntergang auf Insektenjagd begeben. Wir beobachten die Tiere beim Beutefang in der Nähe von künstlichen Lichtquellen, am Waldrand und am Bach. Bei Dunkelheit können wir die Tiere zwar nicht mehr sehen, aber mit dem Fledermausdetektor orten. Übrigens kann man mit dem Gerät auch Heuschrecken „hören“.
Beitrag Bayerischer Rundfunk, Abendschau am 1807.2014

Fackelwanderung im Winter
Jeden Freitag bietet sich die Gelegenheit, die romantische Stimmung der Winterlandschaft bei Nacht zu erleben. Auf dem "grenzgängigen" Rundweg von etwa drei Kilometern Länge geht es vom Hotel Pfeiffermühle über die Vordere Sorgalpe mit einem Abstecher über Österreich nach etwa einer Stunde zurück zum Ausgangspunkt.
Der Schnee knirscht unter den Winterstiefeln, Bäume und Sträucher entlang des Wanderwegs erstrahlen im fahlen Licht der Fackeln. Schon nach kurzer Zeit haben sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt und man sieht die Konturen der umgebenden Berge. Bei jedem Atemzug steigt Dampf in die ehrfurchtsvolle Stille. Tierspuren zeichnen sich im glitzernden Schnee ab und zeugen davon, dass wir aus sicherer Entfernung beobachtet werden.

Sterne beobachten
Auf einer freien Fläche eröffnet sich ein atemberaubender Blick in die Tiefen des Universums zurück in die Zeit vor Jahrmillionen. Myriaden von Sternen blinken am schwarzen Firmament hoch über der beeindruckenden Kulisse der Landschaft. Auf 1000 m ü. d. M. sind die Sterne schon fast zum Greifen nah. Ohne störendes Streulicht und ohne Schmutzpartikel in der Luft, die die Sicht behindern, kann man bereits mit dem bloßen Auge eine Vielzahl von Sternen, Sternbildern und Planeten erkennen. Milchstraße, Polarstern, Großer Wagen, Jupiter, Arktur, Orion, Pegasus, Kassiopeia und Sirius sind nur einige Beispiele, die je nach Jahreszeit und Witterung sichtbar sind. Mit dem Fernglas kann man sogar Andromeda- und Orion-Nebel bewundern oder anhand einer Sternkarte die für die Jahreszeit typischen Sternbilder suchen. Selbst Sternschnuppen lassen sich mit etwas Glück beobachten, wer hätte da nicht noch den einen oder anderen offenen Wusch?

Schnitzeljagd mit Kompass und GPS
Wer kennt sie nicht, die gute alte Schnitzeljagd? Im 21. Jahrhundert funktioniert die allerdings mit GPS (Global Positioning System) und heißt Geocaching, zu Deutsch „Geo-suche“. Das Prinzip, nämlich eine Lokalität mit einem versteckten Gegenstand oder einer weiteren Instruktion aufzusuchen, ist das gleiche.
Da junge Menschen von HighTech fasziniert sind, gibt es eine bei uns eine Kombination aus schriftlichen Anweisungen, Rätseln und Orientierung im Gelände, sowohl mit dem Kompass als auch mit dem GPS. Und am Ende wartet auf alle eine Überraschung…
GPS-Geräte, Bedienungsanleitung und Informationen zu Geocaches rund um die Pfeiffermühle können auch ausgeliehen werden.